Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Luxemburg bringt ein immer größeres Verkehrsaufkommen mit sich. Das außergewöhnlich große Stellenangebot führt dazu, dass die Stadt auch weit über die Grenzen hinaus viele Menschen anzieht, so dass zu Spitzenzeiten durch die Fahrten von und zur Arbeit stets dichter Verkehr herrscht.
Die bestehenden kollektiven Transportmittel stoßen an ihre strukturellen Leistungsgrenzen. Um einer kontinuierlichen Verschlechterung des öffentlichen Transports entgegenzuwirken und einen Verkehrskollaps zu vermeiden, muss das öffentliche Verkehrsangebot weiter ausgebaut werden.
Dafür wird ein neues, leistungsstarkes Transportsystem benötigt. Die beste Lösung bietet eine Straßenbahn, die sich, außer durch eine hohe und flexible Kapazität, auch durch angenehmen Fahrkomfort und hohe Reisegeschwindigkeit auszeichnet. Die wichtigsten Punkte der Stadt fährt die Straßenbahn direkt an. Die Feinverteilung in den Stadtvierteln wird von Stadtbussen übernommen, die auf die Straßenbahn abgestimmt verkehren und so eine flächendeckende Netzanbindung sicherstellen. Die Multimodalität des ÖPNV der Stadt Luxemburg wird über leistungsfähige Anschlussstellen an das Bahnnetz sowie an das regionale Busnetz garantiert.
Mit der Straßenbahnlinie werden folgende Ziele verfolgt:
- Bedarfsorientierte Anpassung der Beförderungskapazität: Mit der Tram können 75000 Fahrgäste tagtäglich den Kirchberg, die Innenstadt und Cloche d’Or erreichen können.
- Beitrag zum Erreichen der Modalität des öffentlichen Personenverkehrs auf nationaler Ebene.
- Verbesserung der intermodalen Anschlüsse durch ergänzende Anbindungen an das Bus- (AVL und RGTR) und Schienennetz.
Durch die Verknüpfung der Straßenbahn mit dem Bus- und Schienennetz wird die Straßenbahn Teil einer globalen und kohärenten Organisation des öffentlichen Personenverkehrs. Im Großraum wird so die Anbindung an bestehende Bus- und Schienenverbindungen verbessert, die sich nun nicht mehr auf den Hauptbahnhof beschränken, sondern auf mehrere Anschlussstellen verteilt werden, die wiederum durch die Straßenbahn miteinander verbunden sind.
Die Fahrpläne von AVL und RGTR werden so an die Straßenbahn angepasst, dass für alle Stadtviertel sowie den übrigen Teil des Landes eine gleichermaßen leistungsfähige Anbindung gewährleistet ist. Die Buslinien fungieren also als eine von der Hauptachse der Straßenbahn ausgehende Verzweigung.
Die Straßenbahn bildet in diesem Konzept das zentrale Instrument für die polyzentrische Entwicklung der Stadt Luxemburg.

